{"id":376,"date":"2015-03-15T20:06:41","date_gmt":"2015-03-15T19:06:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.oley-iiv.de\/?p=376"},"modified":"2015-03-15T20:11:12","modified_gmt":"2015-03-15T19:11:12","slug":"baumlos-unterwegs-warum-darf-man-sich-damit-nicht-blicken-lassen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.oley-iiv.de\/?p=376","title":{"rendered":"Baumlos unterwegs &#8211; warum darf man sich damit nicht blicken lassen?"},"content":{"rendered":"\n<!-- wpsso pinterest pin it image added on 2026-04-15T03:42:29+00:00 -->\n<div class=\"wpsso-pinterest-pin-it-image\" style=\"display:none !important;\">\n\t<img src=\"http:\/\/blog.oley-iiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/cropped-FacebookTitel-e1487797004671.jpg\" width=\"0\" height=\"0\" class=\"skip-lazy\" style=\"width:0;height:0;\" alt=\"\" data-pin-description=\"No Description.\" \/>\n<\/div><!-- .wpsso-pinterest-pin-it-image -->\n\n<p>Eine Anfrage \u00fcber Facebook erreichte mich mit der Frage, warum es so viele Gegner (gegen baumlose S\u00e4ttel) gibt.<\/p>\n<p>Hintergrund: Es fragt jemand interessiert in die FB-Runde, was man denn von einem Barefoot-Sattel halte, man h\u00e4tte soviel Gutes geh\u00f6rt. Und was erntet der Frager? Einen Shitstorm &#8211; mit vielen Gr\u00fcnden und Begr\u00fcndungen dagegen &#8211; die wenigen Baumlos-Reiter mit ihren sowohl guten als auch zu bedenkenden Erfahrungen gehen regelrecht unter.<\/p>\n<p>Woran liegt das?<\/p>\n<ol>\n<li>Ahnungslosigkeit (gut, entgegnet die &#8222;Gegenseite&#8220; gleichfalls) Leider ist die Kenntnis, welche Anforderungen an einen Sattel gestellt werden m\u00fcssen, noch sehr gering ausgepr\u00e4gt. Man mu\u00df nur mit offenen Augen durch die Reiterlandschaft ziehen, um auch als relativer Laie festzustellen, da\u00df der gr\u00f6\u00dfte Teil aller S\u00e4ttel gar nicht passt &#8211; auch wenn die Besitzer dies voller stolzer Inbrunst immer wieder beteuern &#8211; schlie\u00dflich hat mal ein Sattler den Sattel auf genau dieses Pferd angepasst. Leider wird wenig ber\u00fccksichtigt, dass man immer erst den Sattler finden mu\u00df, der &#8222;meinem&#8220; Pferde den passenden Sattel verpassen kann und dass ein Sattel viel \u00f6fter korrigiert werden mu\u00df, als die meisten Reiter glauben.<\/li>\n<li>Prestigedenken (nur wer einen &#8222;richtigen&#8220; Sattel hat, ist was und stellt was dar.) Viele ReiterInnen definieren sich dar\u00fcber, wieviel Gutes sie ihrem Pferd antun &#8211; sprich Ausr\u00fcstung z\u00e4hlt mehr als des Pferdes Wohlbefinden. Ein Zeichen daf\u00fcr sind die proppevollen Versandkataloge mit Decken, Bandagen, Gamaschen, Trensenverschn\u00fcrhilfen, Hilfsz\u00fcgeln und anderem Equipment, dass weder dem Pferd noch dem Reiten gut tut. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem Wettstreit um die tollste Sattelmarke &#8211; und je mehr Prestige ich bei meinen Stallkollegen erreichen kann, desto besser passt der Sattel &#8211; und nicht umgekehrt.<\/li>\n<li>Vertriebskonzepte der Sattelhersteller und Sattler (schlie\u00dflich verdient man pernanent an der Sattelanpassung, die ja regul\u00e4r ca. 4 mal j\u00e4hrlich sein m\u00fc\u00dfte &#8211; je nach Trainingszustand, Gesundheit und Jahreszeit &#8211; das ist ein Bombengesch\u00e4ft) Ein Baumsattel mu\u00df immer an das Pferd angepasst werden. Entweder der vorhandene wird umgestrickt oder es kommt ein neuer daher. Pferde ver\u00e4ndern ihren R\u00fccken beinahe st\u00e4ndig, je nach Trainingsintensit\u00e4t, Gesundheitszustand oder Jahreszeit hat ein Pferd mehr R\u00fccken(muskeln), die R\u00fcckenpartie und deren Beweglichkeit ver\u00e4ndert sich. Schon, wenn ein Pferd mal zwei Wochen steht, sind Muskeln weg. Ergo, der Sattel sitzt nicht mehr optimal, es entstehen Druckverschiebungen, das Risiko von Verkrampfungen etc. steigt &#8211; daraus resultiert das Gesch\u00e4ft, dass die Sattelhersteller und Sattler wittern. Allerdings &#8211; siehe Punkt Ahnungslosigkeit &#8211; die wenigstens tun dies auch ernsthaft genug.<\/li>\n<li>Historische Tatsachen. (Baumlosreiter m\u00fcssen auch damit leben, dass baumlose S\u00e4ttel am Anfang noch einige M\u00e4ngel hatten.) Insbesondere betrifft dies das Thema Gewichtsverteilung bzw. auch punktuelle \u00dcberlastung an der Steigb\u00fcgelaufh\u00e4ngung. Die Technologien der Sattelhersteller hatten oder haben dies nicht immer im Griff.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Historisch gesehen ist die Fraktion der Baumsattelreiter einfach zahlenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfer, hat sich lobbyistisch st\u00e4rker aufgestellt und nutzt selbst die kleinste argumentative L\u00fccke zum eigenen Vorteil aus.<\/p>\n<p>Aber welche Fakten stehen tats\u00e4chlich dahinter? Wie recht haben die Baumlos-Sattel-Verweigerer?<\/p>\n<p>Gerade am Beispiel des renommierten Herstellers Barefoot kann man viele Vorw\u00fcrfe sehr schnell entkr\u00e4ften, die Homepage enth\u00e4lt viele n\u00fctzliche Dokumente, die die Funktionsweise erl\u00e4utern und die zu beachtenden Dinge auch verdeutlichen.<\/p>\n<p>Fest steht, dass auch baumlose S\u00e4ttel den hohen Anspr\u00fcchen an ein r\u00fcckenschonendes, pferdefreundliches Reiten erf\u00fcllen, die Gewichtsverteilung optimal ohne Druckpunkte gew\u00e4hrleisten und dem Reiter ein sicheres Gef\u00fchl auf dem Pferd vermitteln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Praktisch hei\u00dft dies, jeder Interessent mu\u00df sich den passenden Sattel aussuchen, diesen anpassen und die Anpassung auch st\u00e4ndig pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Was sind nun die Entgegnungen der Baumlosreiter auf die meisten Vorw\u00fcrfe?<\/p>\n<ol>\n<li>Ein moderner baumloser Sattel realisiert durch ein festes Kernst\u00fcck eine gute Gewichtsverteilung und vermeidet in Kombination von Kernst\u00fcck und Gurten die punktuelle \u00dcberlastung an den Steigb\u00fcgelhalterungen. Bei Barefoot hei\u00dft dieses System VPS und wird von allen neuen Satteltypen genutzt. Dieses System ist reichlich gestestet und auch unsere Erfahrungen mit mehreren dutzend Pferden best\u00e4tigen dies &#8211; entgegen aller Unkenrufe. Die Verspannungen der Pferde gingen schlagartig zur\u00fcck, wir k\u00f6nnen Pferde in verschiedenen Situationen viel freier reiten, da die einklemmenden Sattelengen eines steifen Sattels entfallen.<\/li>\n<li>Ein ewiges Argument wirft immer wieder den Begriff des nicht so festen Sitzes in den Raum. Sicher sitzt ein Baumsattel, der mit seinem Baum sehr eng auf dem R\u00fccken &#8211; wie angeschraubt. Leider hat dies zur Folge, dass gerade ein nicht sehr gut ausgebildeter oder trainierter Reiter wie angeschraubt auf dem Pferd sitzt &#8211; ohne eine reelle Chance, mit dem gef\u00fchlvollen Sitz auf das Pferd einzuwirken oder mit der H\u00fcfte weich in den Bewegungsfluss des Pferdes einzutakten. Ergebnis ist ein statisches oder mechanisches Reiten, ohne auf den Bewegungsdrang des Pferdes R\u00fccksicht nehmen zu k\u00f6nnen. Ein baumloser Sattel erm\u00f6glicht hier viel mehr M\u00f6glichkeiten eines weichen Reitens. Das erh\u00f6ht im ersten Moment die Anforderungen an das v\u00f6llig neue Reitgef\u00fchl des Reiters &#8211; viele jammern \u00fcber einen &#8222;schwammigen&#8220; Sitz . Es kommt viel mehr auf einen guten, ausbalancierten Sitz an, da alle Sitzfehler viel direkter auf dem Pferder\u00fccken landen. Im Umkehrschlu\u00df hei\u00dft dies aber auch, wer in einem baumlosen Sattel gut sitzen kann, hat erst einen guten Sitz. Dies ist die Basis, das Pferd \u00fcber den Sitz reiten zu k\u00f6nnen, ohne die landl\u00e4ufigen &#8222;Techniken&#8220; wie Schenkel- oder Z\u00fcgelhilfen, Paraden und die anderen &#8222;Schalter&#8220; und &#8222;Hebel&#8220;. Nat\u00fcrlich bedeutet &#8222;\u00fcber den Sitz reiten&#8220; nur eine andere Herangehensweise an die Verwendung und Wirkung von Hilfen etc.<\/li>\n<li>Haltbarkeit des Sattels auf dem Pferd &#8211; ein hei\u00dfes Thema, welches tats\u00e4chlich hohe Beachtung finden mu\u00df. Gerade neue Baumlos-S\u00e4ttel, die noch uneingesessen etwas \u00fcberhoht \u00fcber dem Pferd thronen, neigen zum Rutschen. Am Anfang\u00a0 sollte man tats\u00e4chlich etwas vorsichtiger sein, bis das System dicker Sattel und druckverteilendes Sattelpad sich weich am Pferd anschmiegen. Danach aber sitzen baumlose S\u00e4ttel genauso fest wie die &#8222;festgeschraubten&#8220; Baums\u00e4ttel.<\/li>\n<li>Der gro\u00dfe Vorteil der Baumlos-Sattel-Systeme ist die Flexibilit\u00e4t. Einerseits erm\u00f6glicht der fehlende feste Baum ohnehin mehr Beweglichkeit und Anpassungsf\u00e4higkeit auf sich ver\u00e4ndernden R\u00fccken. Andererseits gestatten die Anpassungstechnologien ein selbst\u00e4ndiges Arbeiten am Pferd. Theortisch kann der Sattel t\u00e4glich angepasst werden &#8211; wenn es denn sein m\u00fc\u00dfte. Bei geeigneten Pferd-Sattel-Kombinationen ist sogar ein problemloser Satteltausch m\u00f6glich &#8211; eventuell \u00fcber ein Austauschpad. Nichtsdestotrotz erfordert auch diese Flexibilit\u00e4t eine fundierte Kenntnis des Sattelwesens, der Pferdeergonomie und der Bewegungsabl\u00e4ufe. Je intensiver die Ausbildung erfolgt, desto pferdefreundlicher und verantwortungsbewu\u00dfter kann der baumlose Sattel an die jeweiligen Pferde abgestimmt werden. Um einer oft verbreiteten M\u00e4hr ganz deutlich entgegenzutreten: auch baumlose S\u00e4ttel sind sehr individuell auf das Pferd abzustimmen.<\/li>\n<li>Ein uneingeschr\u00e4nkter Vorteil, den fast kein Baumsattelreiter widerlegen kann, ist der sehr nah am Pferd befindliche, s\u00e4nftenartig Sitz im baumlosen Sattel. Dies pr\u00e4destiniert diese S\u00e4ttel f\u00fcr sehr lange Ritte, f\u00fcr schwieriges Gel\u00e4nde und &#8212; f\u00fcr verschiedene Reiter. Der Sattel wird ja immer auf das Pferd angepasst und der Reiter mu\u00df sich damit arrangieren, was mit einem baumlosen Sattel fast immer sehr bequem ausgeht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir nutzen baumlose S\u00e4ttel nun seit fast zehn Jahren &#8211; und seit 5 Jahren ausschlie\u00dflich. In jeder Situation sammelten wir sehr gute Erfahrungen, auch bei Pferden mit R\u00fcckenproblemen und Pferden in der Entwicklungsphase. M.E. liegt der Vorteil in der st\u00e4ndigen Anpassung, entgegen einem festen Baum kommt es nie zu einem Verklemmen des Pferdes, durch einen fortbestehenden Druck auf Stellen, die sich eigentlich weiterentwickeln sollten &#8211; oft zu sehen an den tiefen Kuhlen neben dem Widerrist. Dort, oftmals irrt\u00fcmlich Sattellage genannt, sollten sich ja Muskeln entwickeln, was die nicht nachgebenden Baums\u00e4ttel oftmals schlichtweg verhindern. K\u00f6nnen Pferde ein Krafttraining nicht in Muskelentwicklung umsetzen, weil die Partien permanent unterm Sattel verschraubt sind, wird das &#8222;\u00fcber-den-R\u00fccken-Gehen&#8220; nie erfolgen.<\/p>\n<p>Dies sind unsere Erfahrungen, die wir mit baumlosen S\u00e4tteln gesammelt haben. Allerdings &#8211; das Problem liegt nicht im Streit der Philosophien, sondern im KnowHow, wie welcher Sattel sitzen mu\u00df und im Aufwand, den man betreibt, einen stetig passenden Sattel auf sich immer ver\u00e4ndernden Pferder\u00fccken zu platzieren.<\/p>\n<p>Unseren Bed\u00fcrfnissen kommt der Barefoot-Sattel am n\u00e4chsten, daher haben wir uns f\u00fcr eine Beratungspartnerschaft entschieden &#8211; stehen also f\u00fcr alle Fragen offen.<\/p>\n<p><a title=\"Cahokia e.V. iG\" href=\"http:\/\/www.cahokia.de\" target=\"_blank\">www.cahokia.de<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Barefoot S\u00e4ttel\" href=\"http:\/\/www.barefoot-saddle.com\" target=\"_blank\">www.barefoot-saddle.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Anfrage \u00fcber Facebook erreichte mich mit der Frage, warum es so viele Gegner (gegen baumlose S\u00e4ttel) gibt. 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